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Himmel und Hölle tönend durchwandert
Peter Jòzsa faszinierte mit seinem Konzertexamen
erschienen am 14. Februar 2003 in der WAZ
Das Eröffnungskonzert des Klavier-Festivals 99 brachte ihm schon spektakulären Erfolg. Internationale Preise und Auftritte in vielen Ländern und mit bedeutenden Orchestern, darunter dem Netherlands Chamber Orchestra
unter Philippe Entremont im Concertgebouw Amsterdam weist der Lebenslauf des 27-jährigen Peter Jòzsa auch schon auf. Im Kammermusiksaal der Folkwang Hochschule hatte der Boris-Bloch-Schüler nun sein Konzertexamen.
Seinen Namen darf man sich merken. Die Interpretation der „Kreisleriana“ von Robert Schumann war Expression pur. Die leidenschaftliche Musik Schumanns war ihm ganz zu eigen geworden. „Die Zerrissenheit, die
verschiedenen Geisteszustände, das Durchwandern von Himmel und Hölle“, sagte er ihm nachhinein im Gespräch, komme in diesem Werk eklatant zur Geltung. Und Jòzsa verstand es, den Hörer in solch extreme Sphären zu
entführen. Sein außergewöhnliches technisches Können und seine eminente musikalische Gestaltungskraft gestatten es ihm, das Werk ganz im Sinne seines Schöpfers zum Leben zu bringen, all die Verzweiflung, all die
Liebe darin zum feurigen Leben zu erwecken. Peter Jòzsa erschließt riesige Klangräume für den Hörer und formt aus Tönen spannungsvollendete Gebilde. Auch die Englische Suite Nr. 3, mit der er das Konzert eröffnete
sowie die Zehn Variationen Mozarts über eine Ariette „Unser dummer Pöbel meint“ (Gluck) KV 455 faszinierten: Klarheit, Dynamik, ein kostbarer Anschlag, Feuer, eine Reinheit der Tonkunst, der man sich nicht
verschließen kann. Ein neues Werk von Jörg Widmann setzte dem Abend das Highlight auf: Die Toccata für Klavier aus dem Jahr 2002 ließ gestoßene Pedalschläge, gestochene Akkorde, Nachhall, anschwellende
Klangfelder hören, die den Raum fast zum Bersten brachten. Ein rasantes Klopfen auf das Gehäuse des Flügels, das schließlich verebbte, war der Schluss dieser Komposition.
Die Zuhörer zeigten in skandierendem Beifall ihre Begeisterung. Boris Bloch, dessen Pianistenschmiede dabei ist, sich einen legendären Ruf zu erwerben, dazu im Gespräch: „Die Hochschule darf sich glücklich schätzen, einen solchen Schüler gehabt zu haben“.
DG
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